Juli 2010
Unterschiedliche Resultate aus Versuchen im Gewächshaus und im Freiland
Die gentechnisch veränderten Weizenlinien, die mit einem Resistenzgen gegen die Pilzerkrankung Mehltau ausgestattet wurden, werfen im Gewächshaus bis zu doppelt so viel Ertrag ab wie Kontrollpflanzen. Im Feldversuch kehrt sich allerdings dieses Verhältnis bei einigen, aber nicht allen, Weizenlinien um.
Simon Zeller, Doktorand am Institut für Umweltwissenschaften der Universität Zürich, hat den Einfluss der Umwelt auf die gentechnisch veränderten Pflanzen genau untersucht. Seine Resultate zeigen, dass für solch komplexe Untersuchungen Feldversuche nötig sind.
Simon Zeller, Olena Kalinina, Susanne Brunner, Beat Keller und Bernhard
Schmid (2010). Transgene × Environment Interactions in Genetically Modified
Wheat. PLoS One, online: Artikel
Zur Medienmitteilung des SNF.
März 2010
Keine unerwünschten Auswirkungen des gentechnisch veränderten Weizens auf Insektenlarven oder Blattläuse nachgewiesen
Erste Resultate aus Laborstudien zeigen, dass die gentechnisch veränderten Weizenpflanzen gleich gute Nahrungsquellen sind, wie die nicht-veränderten Weizenpflanzen. Bei allen gemessenen Parametern lassen sich keine Unterschiede feststellen.
Die Forschenden des konsortium-weizen.ch wollen nicht nur den Nutzen von gentechnisch verändertem Weizen, sondern auch mögliche Auswirkungen auf die Umwelt untersuchen. Eine der Befürchtungen ist, dass diese pilzresistenten Pflanzen auch andere Lebewesen, sogenannte Nicht-Zielorganismen, beeinträchtigen. Stellvertretend für viele andere Lebewesen auf einem Feld, wurden Blattläuse und Insektenlarven für die Experimente ausgewählt.
Kostbare Blättläuse
Simone von Burg, Doktorandin am Institut für Umweltwissenschaften, hat zusammen mit Jörg Romeis (ART) untersucht, ob sich Blattläuse, die mit dem gentechnisch veränderten Weizen gefüttert wurden, anders entwickeln als solche, die sich von denselben Pflanzen ohne das zusätzliche Gen ernähren. Blattläuse, als pflanzenfressende Insekten, eigenen sich für solche Studien besonders gut, weil sie sich ausschliesslich vom Pflanzensaft ernähren und sehr empfindlich auf mögliche Veränderungen in der Zusammensetzung der Pflanzen reagieren. Simone von Burg hat dreissig verschiedene Blattlausklone in der Klimakammer auf acht verschiedenen Weizen, vier gentechnisch verändert und vier entsprechende nicht-veränderte Weizen, gehalten. Bei den total 1081 Blattläusen (je 5 Wiederholungen!) hat sie einzeln das Gewicht bestimmt, die Anzahl Nachkommen und die Entwicklungsdauer erhoben. Doch bei keinem dieser Parameter finden sich Unterschiede zwischen den unterschiedlich ernährten Blattläusen. Die gentechnische Veränderung der untersuchten Weizensorten hat keine Auswirkungen auf die Blattläuse.
von Burg, S., Müller, C. B. and Romeis, J. (2010): Trans-genic disease-resistant wheat does not affect the clonal performance of the aphid Metolophium dirhodum Walker. Basic and Applied Ecology, doi: 10.1016/j.baae.2010.02.003
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Auch Bodenorganismen sind nicht beeinträchtigt
Unter der Leitung von Professor Wolfgang Nentwig an der Universität Bern wird eine weitere wichtige Gruppe von Nicht-Zielorganismen untersucht. Die Forschenden verfüttern die gentechnisch veränderten und nicht-veränderten Weizen an Insektenlarven, welche im Boden Pflanzenreste abbauen. Sie untersuchten nicht nur die Entwicklung dieser Larven, sondern auch die Fruchtbarkeit der daraus entstehenden Fliegen. Doch auch hier liessen sich keine Unterschiede der gemessenen Fitness-Parameter ausmachen. Die Forschenden konnten auch mögliche Langzeitfolgen ausschliessen, da die Versuche über vier Fliegengenerationen liefen.
Peter, M., Lindfeld, A. and Nentwig, W. (2010): Does GM wheat affect saprophagous Diptera species (Drosophilidae, Phoridae)? Pedobiologia, doi: 10.1016/j.pedo.2009.12.006
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